Als Klavierlehrer erfüllt es mich immer mit besonderem Stolz, wenn ich sehe, wie meine Schützlinge ihr Talent auf großer Bühne entfalten. Felix Nölle ist dafür ein hervorragendes Beispiel: Für seine Rolle als Erzherzog Ludwig Viktor in der Netflix-Serie „Die Kaiserin" habe ich ihn am Klavier vorbereitet – und das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen.
Von der ersten Stunde an beeindruckte mich Felix' klare Musikalität und sein Ehrgeiz. Um die Klavierszenen in der Serie so authentisch wie möglich zu gestalten, haben wir nicht nur die technisch anspruchsvollen Passagen geübt, sondern auch den historischen Stil des 19. Jahrhunderts erarbeitet. Jede Fingerstellung, jeder Anschlag und jede Phrasierung wurde minutiös abgestimmt, damit sein Spiel glaubwürdig ins Bild passt. Parallel dazu haben wir an seiner Bühnenpräsenz gearbeitet, damit er – auch vor laufender Kamera – souverän und natürlich wirkt.
Geboren 2011, gehört Felix Nölle zu den vielversprechendsten Nachwuchstalenten in Deutschland. In „Die Kaiserin" gelingt ihm eine beeindruckende Balance zwischen kindlicher Unbekümmertheit und den strengen Hofetiketten seiner Rolle als jüngster Bruder von Kaiser Franz Joseph I. Seine musikalischen Auftritte verleihen der Figur zusätzliche Tiefe und zeigen, wie sehr er die erlernten Fähigkeiten in seine schauspielerische Performance integriert hat.
Die Serie zählt mit mehr als 150 Millionen gestreamten Stunden zu den bislang erfolgreichsten deutschen Netflix-Produktionen. Um dem hohen Anspruch an Authentizität gerecht zu werden, war es mein Ziel, Felix nicht nur die technische Sicherheit am Klavier zu geben, sondern ihm auch ein Gespür für die Musiksprache am Wiener Kaiserhof mit auf den Weg zu geben. Dank seiner Disziplin und seinem musikalischen Feingefühl gelang es uns, die Szenen so zuzuschneiden, dass sie sowohl historisch korrekt als auch künstlerisch reizvoll sind.
In unseren gemeinsamen Stunden haben wir uns unter anderem auf folgende Aspekte konzentriert:
- die korrekte Hand- und Fingertechnik bei Kameraaufnahmen
- die Interpretation der Stücke im Hinblick auf Charakter und Emotion
- die Verbindung von Klavierspiel und darstellerischer Präsenz
- die Stilistik und Ausdrucksweise des 19. Jahrhunderts
Felix setzte all diese Elemente auf eigene Weise um und entwickelte innerhalb kürzester Zeit eine persönliche Interpretation, die seinesgleichen sucht.
Seine bisherige Filmografie ist beachtlich: Neben „Die Kaiserin" war er bereits in Formaten wie „Tatort – Ad Acta" und „Wow! Nachricht aus dem All" zu sehen. Ich bin überzeugt, dass ihm die musikalische Ausbildung, die wir gemeinsam erarbeitet haben, auch in künftigen Rollen zugutekommen wird.
Für mich bestätigt Felix' Erfolg einmal mehr, wie entscheidend ein qualifizierter Klavierunterricht für junge Talente ist. Es genügt nicht, nur so zu tun, als spiele man ein Instrument – echte Fähigkeiten lassen sich immer heraushören und sorgen für Glaubwürdigkeit. Als Absolvent des Conservatorio Statale di Musica „Licinio Refice" und mit Weiterbildungen an der International Piano Academy „Incontri con il Maestro" in Imola kann ich auf langjährige Erfahrung als Konzertpianist und Pädagoge zurückgreifen. Diese Expertise setze ich gezielt ein, um Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf ihre individuellen Projekte vorzubereiten.
Marco Grilli
Pianist und Klavierlehrer, Düsseldorf